Hier ein kleiner Artikel zum Vergleich zwischen Querformat und Hochformat. Ich gehe auf die Anwendungsgebiete sowie die Wirkung ein. Wichtig: Das Format hängt nicht zwingend davon ab, ob das Motiv ins Bild passt ! Außerdem bezieht sich dieser Artikel auf den gestalterischen Effekt. Dieser wird zum Beispiel dann übertönt, wenn eine stehende Person möglichst platzsparend (z.B. für eine Klatschzeitung) abgelichtet werden soll. In solchen fällen ist der Bildausschnitt dann wichtiger als die Wirkung.
Querformat
Der größte Anteil aller Fotos wird im Querformat erstellt. Schon der Aufbau einer Spiegelreflexkamera verleitet dazu. Doch woran liegt das ? Das Querformat wirkt auf den Betrachter beruhigend und lässt ihn in Ruhe das Motiv betrachten. Der Blick wandert ganz natürlich von links nach rechts, entsprechend der Leserichtung. Das Querformat ist deshalb beruhigend, weil der Mensch es im Unterbewusstsein als liegende Box wahrnimmt. Und liegende Boxen fallen nicht mehr um ! Daher ist das Querformat eine “stabile” Grundlage für ein gutes Motiv. Außerdem entspricht das Querformat dem menschlichen Sichtfeld, das auch breiter als hoch ist.
Anwendungsgebiete für das Querformat sind Landschaften, Gesichter, Menschen vor interessanten Hintergründen und andere interessante, aber beruhigende Motive. Außerdem ist das Querformat das klassische Format für journalistische Fotos, da es sehr neutral dem Motiv gegenüber wirkt.
Hochformat
Das Hochformat wirkt auf den Betrachter etwas kippelig, da dieser es im Unterbewusstsein als stehende Box wahrnimmt die umfallen könnte. Es kann gewöhnliche Fotos etwas interessanter machen. Durch seinen schmalen Bildausschnitt wird der Betrachter gezwungen sich ganz anders mit dem Motiv zu beschäftigen.
Dieses Format wirkt besonders interessant bei Landschaftsaufnahmen, da diese dramatischer und außergewöhnlich wirken. Es kann aber in fast jeder Situation angewendet werden, wenn diese etwas mehr hervorgehoben werden soll.
Quadratisches Format
Eine besonderheit stellt das Quadrat dar. Fotos in diesem Format wirken recht neutral und lenken den Blick auf das Zentrum. Da es für den Betrachter ein seltenes Format ist, wirkt es automatisch interessant und macht neugierig. Es eignet sich aber nicht für alle Motive. Ich verwende es sehr gerne bei Portraits von Sängern auf der Bühne.
Fazit
Ich schlage vor, du verwendest alle Formate an gleichen Motiven und vergleichst hinterher. Dann wird dir schnell auffallen, dass die Formate eine unterschiedliche Wirkung haben. Auch wenn durch ein Format Teile des Motives abgeschnitten werden können, kann dieses dadurch besser zur geltung kommen. Es gibt natürlich aber auch Fälle, in denen das Motiv nur das Bild füllen soll, dann müssen die gestalterischen Einflüsse des Motives hinten an gestellt werden.
Tipp
Gute Fotografen zeichnen sich besonders durch konstante Serien aus. Es macht daher Sinn dir vorher zu überlegen, ob deine Motivserie eher zum Quer- oder Hochformat passt. Eine Gallerie mit konstantem Bildformat wirkt viel einheitlicher.
Arbeitest du für Dritte, solltest du möglichst alle Formate bedienen, damit deinem Kunden die Wahl überlassen ist. Grade bei Zeitungen entscheidet oft der Platz auf der Seite über das Format.
Für Fragen und Anregungen bin ich immer offen.
