In diesem Artikel helfe ich bei der Entscheidung zwischen Anfangsblende 2.8 und Bildstabilisator. Beide Varianten eignen sich um mit weniger Licht aus zu kommen. Dennoch sind die Anwendungsgebiete von Grund auf verschieden.
Ein klassisches Beispiel ist die Wahl zwischen Canon 24-105mm F/4 L USM IS und Canon 24-70mm F/2.8 L USM .
Bildstabilisator
Der Bildstabilisator ist eine über Magneten gelagerte Linse im Objektiv. Da sich diese Linse in der Schwebe befindet, kann sie schnell auf Erschütterungen reagieren und sie somit ausgleichen. Das hat jedoch den Nachteil, dass Objektive mit einem solchen Bauelement etwas unschärfer sind. Der Vorteil ist jedoch klar: Es kann mit einer höheren Belichtungszeit aus der Hand gearbeitet werten, ohne das Bild zu verwackeln. Das funktioniert jedoch nur, wenn sich das Motiv nicht zu schnell bewegt. Bei schnellen Motiven wird zwar das Objektiv stabilisiert, es entstehen aber trotzdem Bewegungsunschärfen.
Blende 2.8
Statt einem Bildstabilisator gibt es auch Objektive die über eine größere Anfangsblende verfügen. Bei Zooms beträgt diese dann meist F/2.8. Die Blende hat sowohl Einfluss auf die Helligkeit als auch auf die Tiefenschärfe. Der Vorteil gegenüber dem Bildstabilisator ist klar: Die Belichtungszeit muss hier nicht erhöht werden, was besonders bei bewegten Motiven vorteilhaft ist. Der Nachteil ist jedoch die geringere Tiefenschärfe. Am Vollformat kann diese je nach Brennweite nur wenige Zentimeter betragen. Somit muss auf einen genauen Fokus geachtet werden. Für Gruppenaufnahmen eignet sich die erhöhte Anfangsblende nur bedingt, da so nicht alle Personen scharf gestellt werden können. Die selektive Schärfe kann zwar ein Mittel der Gestaltung sein, ist jedoch oftmals unerwünscht.
Außerdem ist die große Anfangsblende immer dann unterlegen, wenn aus gestalterischen Gründen für eine größere Tiefenschärfe abgeblendet werden soll. In diesem Fall geht der Vorteil der größeren Blende verlohren, ohne einen Bildstabilisator zur Unterstützung zu haben.
Bildstabilisator und Blende 2.8
Einige wenige Teleobjektive wie zum Beispiel das Canon 70-200mm F/2.8 IS verfügen sowohl über große Anfangsblende, als auch über den Bildstabilisator. Diese Objektive sind jedoch sehr kostspielig und nur für Profis geeignet. Dafür werden hier die Vorteile beider Varianten vereint.
Anwendungsgebiete
Die größere Anfangsblende F/2.8 eignet sich besonders für Konzertfotografie, Sportfotografie, Theaterfotografie und andere schnelle Situationen, da durch das bewegte Motiv die Belichtungszeit nicht verlängert werden kann.
Außerdem eigenet sich eine Blende von 2.8 am Vollformatsensor dazu ein leichtes Bokeh zu erzeugen und stellt somit ein gestalterisches Mittel dar.
Der Bildstabilisator ist besondres geeignet für gewollte Bewegungsunschärfen, Stilleben, Landschaften und wenn die Blende für eine größere Tiefenschärfe verkleinert werden soll. In diesen Fällen wirkt der Bildstabilisator unterstützend.
